Kanada-Newsletter 15. Juli 2008:



Alberta investiert beispiellose Summe in den Umweltschu

Die kanadische Provinz Alberta investiert insgesamt 4 Milliarden Dollar in den Klimaschutz. Mit dieser beispiellosen Summe soll die Kohlendioxid-Auffangung und -Speicherung und der öffentliche Personennahverkehr zu gleichen Teilen gefördert werden.

"Wir nehmen beide Seiten des Emissionsproblems in Angriff", erklärte Albertas Premier Ed Stelmach. "Wir reduzieren einerseits die Auswirkungen von Industrieemissionen durch CO2-Abscheidungs- und Speicherungsprojekte, investieren gleichzeitig aber auch in den öffentlichen Personennahverkehr, um für weniger schädliche Autoabgase zu sorgen."

Zwei Milliarden Dollar stehen allein für die Reduktion der jährlichen Schadstoffemissionen um fünf Millionen Tonnen bereit. Das entspricht in etwa dem Kohlendioxid-Ausstoß von einer Millionen Autos - das sind ein Drittel der in Alberta registrierten Fahrzeuge.

Weitere zwei Milliarden Dollar werden in das Green Transit Incentives Program investiert, das die Nutzung des öffentlichen Personenverkehrs fördert. Damit soll die Zahl der Fahrzeuge, die täglich auf Albertas Straßen fahren, erheblich gesenkt und so Treibhausgas-Emissionen eingespart werden.

Unter anderem mit diesen Maßnahmen will die Regierung von Ed Stelmach in Kombination mit weiteren Energieeinsparungen die Schadstoffemissionen der Provinz Alberta bis 2050 um die Hälfte reduzieren.

Bombardier plant energiesparende Kleinflugzeuge

Das kanadische Transportunternehmen Bombardier hat angekündigt, ein neues energieeffizientes Flugzeug für Kurzstrecken auf den Markt zu bringen. In seiner Klasse werde es das grünste Flugzeug sein, erklärte Bombardier Mitte Juli. Bis zu einem Fünftel weniger CO2 und bis zur Hälfte weniger Stickoxide wird die Maschine der CS-Serie ausstoßen, so verspricht es der Hersteller. Darüber hinaus soll sie vier Mal so leise sein und mit 20 Prozent weniger Energieverbrauch deutlich sparsamer sein.

Die Maschinen der CS-Serie sollen in der zweiten Jahreshälfte 2013 zur Auslieferung bereit sein. Bombardier will zwei Versionen davon bauen: einen 110-Sitzer und ein Flugzeug mit 130 Sitzen. Damit tritt der kanadische Flugzeugbauer in direkte Konkurrenz zu Boeing und dem europäischen Airbus, die ebenfalls planen, eine Maschine mit entsprechender Kapazität zu entwickeln.

Gebaut werden soll die Maschine überwiegend im Werk Mirabel in der Nähe von Montréal. Die deutsche Lufthansa soll nach Bombardier-Angaben bereits eine Interessenserklärung für bis zu 60 dieser Flugzeuge unterzeichnet haben, die rund 47 Millionen Dollar pro Stück kosten werden.

Kanadische Wissenschaftler knacken hochschädliches Treibhausgas

Mit Hilfe einer Plasmatechnologie ist es Forschern im Auftrag des kanadischen Umweltschutzministeriums gelungen, eines der schlimmsten Treibhausgase - das Schwefelhexaflourid (SF6) nahezu gänzlich abzubauen.

Zwei Jahre haben die Wissenschaftler des CANMET Energy Technolgoy Centre (CETC) mit dem Problem zugebracht, wie Schwefelhexaflourid aus der Atmosphäre fernzuhalten ist. Das Gas ist nicht giftig und ist daher in der Industrie weit verbreitet.

Es wird unter anderem in Magnesiumschmelzen eingesetzt, um Oxidation zu verhindern. In Schaltanlage dient es als Insulator, die Halbleiterindustrie setzt Schwefelhexaflourid als Ätzmittel ein - es wird sogar in der Herstellung von Laufschuhen mit Luftpolstern benötigt.

Allerdings ist Schwefelhexaflourid für das Klima weitaus schädlicher als Kohlendioxid (CO2). Eine Tonne Schwefelhexaflourid richtet in Bezug auf die globale Erwärmung in etwa soviel Schaden an wie knapp 24.000 Tonnen CO2.

Die Plasmatechnologie schließlich schaffte es, die atomaren Verbindungen des hochstabilen Gases zu durchbrechen. Diese Technologie baut darauf, dass Plasma elektrische Entladungen hervorruft, worauf die Moleküle des Gases reagieren. So konnten die Forscher die Verbindungen aufbrechen und das Gas in kleinere, harmlose Moleküle zerlegen.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher ihre Entwicklung auf internationalen Tagungen und Kongressen vorstellen und im Endeffekt erreichen, dass entsprechende Plasma-Prozessoren in Magnesiumschmelzen und anderen Industrieanlagen eingebaut werden, um das schädliche Schwefelhexaflourid aus der Atmosphäre fernzuhalten.

Termine: 6.10. bis 8.10.2008 - Muenchen - ExpoReal - Prestigious Properties zeigt USA und Kanadische Investitionsmoeglichkeiten

Weitere Termine auf www.kanada.de